Basement Club: Dusseldorf, Germany, March 2002

 

Von Rene Le Riche: Moderator of Auftritt in Stahlwerk


Da war ich wirklich gespannt: die Jungs kamen mit einem Bus voll Equipment an. Normalerweise ist das wirklich anders: ein Sänger bringt zwei Freunde mit, die sich hinter nicht angeschlossene Keyboards stellen und ein bißchen an den Tasten spielen. Dementsprechend rücken die mit einem normalen Auto an, Inhalt: 2 Keyboards, zwei Ständer dafür und, ganz wichtig: ein DAT Rekorder.

Gestern abend nun durften wir sehen, daß man elektronische Musik auch live erzeugen kann. Klar, das lag vor allem an anderen Konzept bei EM, und, auch klar, ein bißchen was kam auch gestern vom Band.

EM lehnen sich in ihrer Bühnenshow und musikalisch stark bei Kraftwerk an, und trotzdem hatte Ihr Auftritt gestern auch ein bißchen was von den Anfängen bei Front. Ein elektronisches Live-Schlagzeug, wer macht das heute noch, außer als Gag zwischendurch. Das gestern war wie ´ne Zeitreise. Wie in den guten alten 80ern, auf der Bühne läßt man sich was einfallen, stellt da nicht einfach zwei Keyboards hin, „dekoriert“ sie mit einem Tarnnetz und stellt 2 Dummies dahinter. Der Fairneß halber allerdings muß man auch sagen, daß EM etwas für die Show tun müssen, immerhin kann überwiegend instrumentale Musik auch schnell langweilig werden.

Aus Geräuschen Musik machen, vermeintlicher Lärm wird zur Struktur und zu Refrain. Das sind die Ursprünge dessen, was wir heute an dieser Musik so schätzen. Und das war vielleicht auch der Grund, warum man gestern im Club stand und feststellte, daß man gar nicht wußte, daß es so etwas heute noch gibt. Da steckt viel Arbeit drin, und als Michael – der Manager, Organisator und Lichtmann in einer Person für EM – dann gestern noch auf Papier aufgemalte Lichtpläne für die Live-Show auspackte und am Pult plötzlich ausflippte, da hab ich gewußt: die haben wirklich Spaß an dem was sie tun, und noch tun sie es ohne großes finanzielles Interesse, haben keine Allüren, bilden sich nichts ein. Hallo Bands der „Szene“: schneidet Euch mal ein Scheibchen ab in Sachen Professionalität und Liebe zum Detail. Eben nicht mal eben schnell in die DAC, schnell ne Mark verdienen und Szene-Größe werden. Arbeiten...